Konstruktiver Umgang mit Aggressionen und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe.
Für wen: Pädagog:innen in der sozialpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, etwa in stationären Wohngruppen, Tagesgruppen und anderen Erziehungshilfen, die bereit sind, sich im Rollenspiel auf verschiedene Lösungsmöglichkeiten einzulassen.
750 €
für alle 5 Tage; als anerkannter Bildungsanbieter von der Mehrwertsteuer befreit
Dr. Mathias Schwabe mit Julia Wingender und Yvonne Battista
Ein Training mit vielen Rollenspielen: Konflikte verstehen, in der Situation zwischen Konfrontation und De-Eskalation handeln und sie gut nachbereiten. Entwickelt hat es Dr. Mathias Schwabe, einer der bekanntesten Forscher und Fachautoren zu Aggression, Gewalt und Eskalation in der Jugendhilfe. Über mehr als 30 Jahre hat er das Training erprobt und verfeinert; jetzt gibt er es gemeinsam mit Julia Wingender und Yvonne Battista weiter, zwei Leitungskräften des hpkj e.V. aus der stationären und flexiblen Jugendhilfe.
Seminarraum im AKASA
Worum es geht
Konflikte gehören zum Alltag in Wohngruppen, Tagesgruppen und anderen Erziehungshilfen. Sie lassen sich nicht vermeiden und können sich bis zu aggressiven oder gewalttätigen Auseinandersetzungen zuspitzen. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, Beziehungen zu stärken, Grenzen zu klären und Entwicklung anzustoßen.
Entscheidend ist daher nicht nur, Konflikte sicher zu bewältigen, sondern auch, sie konstruktiv nachzubereiten und für die weitere pädagogische Arbeit zu nutzen. Genau hier setzt das Training an.
Viele Konflikte lassen sich nicht vermeiden. In ihnen stecken Chancen, die Möglichkeiten und Grenzen des Anderen kennenzulernen und die Beziehung zu vertiefen.Aus dem Konzept des Trainings
Was Sie mitnehmen
Sie erkennen früher, wie sich ein Konflikt aufschaukelt, und wissen, auf welcher Ebene Sie eingreifen oder vorbeugen können.
Sie haben in der Situation mehr als eine Möglichkeit: klar konfrontieren, bewusst deeskalieren und beides im richtigen Moment verbinden.
Sie können Konflikte so nachbereiten, dass Beziehung, Wiedergutmachung und Hilfeplanung davon profitieren statt Ohnmacht und Groll.
Sie kennen Ihre eigenen Stärken und blinden Flecken im Konflikt, weil Sie sie im Rollenspiel erlebt und Rückmeldung bekommen haben.
Sie wissen, was Ihre Einrichtung braucht, damit Konfliktbearbeitung gelingt, und können das im Team einbringen.
Seminarinhalte
Anhand praktischer Beispiele, auch aus dem Alltag der Teilnehmer:innen, beschäftigen wir uns mit diesen Themen:
Analyseebenen von Konflikten mit und ohne Gewalt: Was spielt bei der Entstehung hinein, auf welchen Ebenen kann ich handeln bzw. vorbeugen?
Typologie von aggressivem bzw. gewalttätigem Verhalten
Situativer Umgang mit Konflikten: die Balance von Konfrontation und De-Eskalation
Konflikt-Nachbearbeitung und Wiedergutmachung, inklusive Auszeiten
Stärken-/Schwächenanalyse der Professionellen: Was kann ich gut, was will ich noch lernen?
Institutionelle Bedingungen des Gelingens und Misslingens von Konfliktbearbeitung: Was kann und muss auf Einrichtungsebene geschehen?
So ist das Training aufgebaut
Teil 1 · 3 Tage
Grundmodul
Konflikte verstehen, Handlungsmöglichkeiten im Rollenspiel erproben, Rückmeldung bekommen. September 2027.
Dazwischen · ein halbes Jahr
Praxis
Das Gelernte im eigenen Alltag ausprobieren, in der Wohngruppe, Tagesgruppe oder anderen Erziehungshilfe.
Teil 2 · 2 Tage
Follow-up
Die eigenen Erfahrungen gemeinsam auswerten und ausgewählte Themen vertiefen. März 2028.
Termine
Teil
Inhalt
Termin
Grundmodul
3 Tage Training mit Rollenspielen, Kleingruppen und Theorie-Inputs
Mo–Mi, 27.–29.09.2027
Follow-up
2 Tage Reflexion der Praxiserfahrungen und Vertiefung
Do–Fr, 16.–17.03.2028
Methoden
Rollenspiele bilden den Schwerpunkt des Trainings. Ergänzt werden sie durch Kleingruppenarbeit, Theorie-Inputs und Reflexion. Die Bereitschaft, aktiv an Rollenspielen teilzunehmen und Feedback zu geben bzw. anzunehmen, ist Voraussetzung für die Teilnahme. Bitte bequeme Kleidung mitbringen.
Literatur von Dr. Mathias Schwabe
Eskalation und De-Eskalation. Konstruktiver Umgang mit Aggression und Gewalt in Einrichtungen der Jugendhilfe (Beltz Juventa, 7. Auflage 2019)
Methoden der Hilfeplanung (Beltz Juventa, 5. Auflage 2019)
Das Scheitern von pädagogischen Projekten (2024)
Referent:innen
Alle drei verbindet langjährige Erfahrung im Gruppendienst und in der Leitung von Erziehungshilfen. Sie kennen die Situationen, um die es geht, aus eigenem Erleben.
Dr. Mathias Schwabe
Entwickler des Trainings · Forscher und Autor
Diplom-Pädagoge, systemischer Berater und Supervisor (IGST). Über 20 Jahre in Schichtdienst, Leitung und Beratung stationärer Erziehungshilfen, danach Professor für Methoden der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Berlin.
Er forscht und schreibt seit vielen Jahren zu Gewalt und Aggression, Hilfeplanung, Fallverstehen und zur Arbeit mit „schwierigen“ Jugendlichen. Seine Bücher bei Beltz Juventa sind in der Erziehungshilfe weit verbreitet, darunter „Eskalation und De-Eskalation“ (7. Auflage) und das Standardwerk „Methoden der Hilfeplanung“.
Julia Wingender
Ressortleitung flexible Hilfen, hpkj e.V.
Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe (B.A.).
Als Sozialpädagogin hat sie beim hpkj e.V. verschiedene Aufgabenbereiche durchlaufen, von der direkten pädagogischen Arbeit bis zu leitenden Funktionen. Ihr Weg begann in der therapeutischen Wohngruppe flex für sucht- und integrationsgefährdete Jugendliche von 14 bis 21 Jahren, zuerst als Betreuerin, später in der Leitung. Heute verantwortet sie als Ressortleitung die flexiblen Hilfen der Jugendhilfe und verbindet Praxiserfahrung mit der fachlichen und strategischen Weiterentwicklung der Angebote.
Yvonne Battista
Leitung therapeutische Wohngruppe, hpkj e.V.
Pädagogik/Bildungswissenschaften (B.A.), Publizistik- und Kommunikationswissenschaften (Bakk. phil.).
Schon während des Studiums in Wien arbeitete sie in der Jugendhilfe, bevor sie ihren Lebensmittelpunkt nach München verlegte. In zehn Jahren beim hpkj e.V. hat sie verschiedene Bereiche kennengelernt, begleitet und mit aufgebaut, vom Schichtdienst bis in leitende Positionen. Heute leitet sie eine therapeutische, vollbetreute Wohngruppe mit Schwerpunkt Familienarbeit für Kinder, die mit sechs bis zwölf Jahren aufgenommen werden und oft darüber hinaus bleiben.
Nein. Das Training richtet sich an Pädagog:innen, die im Alltag mit Kindern und Jugendlichen arbeiten; Vorkenntnisse in Deeskalation sind nicht nötig. Wichtig ist die Bereitschaft, sich auf Rollenspiele einzulassen.
Kann ich nur das Grundmodul buchen?
Nein. Grundmodul, Praxisphase und Follow-up bilden eine Einheit. Erst die Erprobung im Alltag und die gemeinsame Reflexion machen das Gelernte nachhaltig nutzbar.
Muss ich bei den Rollenspielen mitmachen?
Ja, mehrfach. Rollenspiele sind die zentrale Methode des Trainings. Sie finden in einem geschützten Rahmen statt, und alle bekommen wertschätzende Rückmeldung.
Wir möchten als Team teilnehmen. Geht das?
Gern. Mehrere Kolleg:innen aus einer Einrichtung profitieren besonders, weil sie das Gelernte gemeinsam in den Alltag bringen. Sprechen Sie uns für ein persönliches Gespräch an.
Passt das Training auch für andere Arbeitsfelder?
Es ist für die Erziehungshilfen entwickelt, vor allem für Wohngruppen und Tagesgruppen. Wer in anderen Feldern regelmäßig eskalierende Konflikte mit Kindern und Jugendlichen erlebt, ist ebenfalls willkommen; sprechen Sie uns im Zweifel vorher an.
Anmeldung
Über unsere Anmeldeseite oder telefonisch unter +49 6321 1871635. Die Plätze sind begrenzt und werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Grundmodul und Follow-up gehören zusammen und können nur gemeinsam gebucht werden. Es gelten unsere AGB.