Mein Haus
Aufnahmebogen zum gemeinsamen Ausfüllen: Bezugsperson, eigener Bereich, Beschwerdewege, Platz zum Malen.
HerunterladenWie Juna und Flatter in der Wohngruppe ankommen · Text: Philipp Wradatsch
Das Buch erzählt nicht, warum ein Kind nicht zu Hause wohnen kann. Es erzählt, was beim Ankommen hilft: Menschen, die Fragen stellen, statt zu schimpfen. Ein Zimmer, in dem angeklopft wird. Ein Ort, an dem Kinder mitreden. Und der Satz, der im Loyalitätskonflikt entlastet.
„Ich darf Mama lieb haben. Und ich darf mich hier wohlfühlen. Beides.“
Aufnahmebogen zum gemeinsamen Ausfüllen: Bezugsperson, eigener Bereich, Beschwerdewege, Platz zum Malen.
HerunterladenMalvorlage: Wie sieht dein Flatter aus, wie groß ist er heute, und was hat er schon gesammelt?
HerunterladenDie Werkzeuge im Buch und die wichtigsten Gesprächsfragen auf einem Blatt, wie das Einlegeblatt im Buch.
HerunterladenJedes Verhalten hat einen guten Grund, und es lohnt sich mehr, nach dem zu fragen, was schon funktioniert, als nach Schuld.
| Flatter | Die Seite im Kind, die Alarm schlägt. Das Kind hat eine alarmierte Seite, es ist nicht das Problem. Fragen Sie: „Wie geht es deinem Flatter?“ |
|---|---|
| Wie groß ist er? | Erbse, Spatz, Kissen, Stuhl, Schrank, Decke – mit den Händen gezeigt. Nicht bewerten, sondern nach Unterschieden fragen: „Was war anders, als er kleiner war?“ |
| „Was wollte er für dich tun?“ | Die gute Absicht würdigen, dann die Grenze klar benennen. Verstehen heißt nicht erlauben: „Kissen werfen geht hier nicht. Aber aufpassen, das darf er.“ |
| „Was hat geholfen?“ | Ausnahmen und Ressourcen. Komplimente konkret halten: „Du hast selbst gemerkt, dass der Kranich-Atem hilft.“ |
| Flatters Schätze | Flatter sammelt im Buch kleine Ressourcen: Schlüssel (eigener Bereich), Kranichfeder (Atem), Herzschild (Wächter sein dürfen), Redestein (reden statt werfen), Pinsel (gemeinsam etwas schaffen). Fragen Sie: „Was hat dein Flatter schon gesammelt?“ |
| Kranich-Atem | Arme hoch wie Flügel – einatmen. Arme runter – ausatmen. Immer als Angebot. Alternativen: zählen, Füße fest auf den Boden, etwas Weiches halten. |
| Redestein | 1. Stopp und atmen. 2. Wer den Stein hat, erzählt, was ihm wichtig ist. 3. Wie soll es stattdessen sein? 4. Einen kleinen Schritt ausprobieren und später nachfragen. Keine erzwungene Entschuldigung. |
| Bewohnerrat und Veto | Beteiligung heißt nicht, dass Kinder alles entscheiden. Was Erwachsene verantworten, wird nicht abgestimmt. Ein Veto wird begründet, Unmut darf bleiben, und der Beschwerdeweg wird genannt (§ 45 SGB VIII). |
| „Beides“ | Heimweh nicht wegtrösten („Das glaube ich dir“). Wenn Eltern die Erlaubnis nicht geben können, dürfen Fachkräfte sie aussprechen: „Du darfst deine Familie lieb haben und dich hier wohlfühlen.“ |
Angebote, kein Pflichtprogramm. Eine Frage pro Lesen reicht oft. Wenn ein Kind nicht antworten mag, ist das auch eine Antwort.
| 1 Die blaue Tür | Was hast du mitgebracht, als du hier angekommen bist? Wie groß war dein Flatter an deinem ersten Tag? |
|---|---|
| 2 Ein Zimmer nur für Juna | Was ist in deiner Schatzkiste – oder was soll einmal hinein? Wann drehst du dein Türschild um? |
| 3 Im Flur | Wem würdest du es sagen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt? Und wem noch, wenn dir der Erste nicht hilft? |
| 4 Tischdienst | Was hilft deinem Flatter, ruhiger zu werden? |
| 5 Nacht und Morgen | Was hilft dir abends beim Einschlafen? Magst du den Kranich-Atem ausprobieren? |
| 6 Der Streit | Woran merkst du, dass dein Flatter wächst – im Bauch, in den Händen, im Kopf? |
| 7 Unter dem Tisch | Was wollte Flatter für Juna tun? Was will deiner für dich tun? |
| 8 Was geholfen hat | Wann war dein Flatter schon mal kleiner, obwohl es schwierig war? Was hat da geholfen? |
|---|---|
| 9 Am Fenster | Warum ist Mats der Sessel so wichtig? Auf wen wartest du manchmal? |
| 10 Platz zum Warten | Stell dir vor, ein Streit ist gelöst. Woran merkst du es am nächsten Morgen als Erstes? |
| 11 Der Bewohnerrat | Was würdest du dir im Bewohnerrat wünschen? Was kannst du tun, wenn die Großen Nein sagen und du das blöd findest? |
| 12 Die Warte-Bank | Was für ein Tier wäre dein Flatter? Wer hilft dir, mutig zu sein? |
| 13 Samstag | Was könntet ihr bei euch alle zusammen bauen oder schaffen? |
| 14 Donnerstag | Wer denkt an dich? Darf man zwei Orte lieb haben? |
Nicht jedes Kind bekommt Besuch. Ben setzt sich am Ende auf die Bank, obwohl er auf niemanden wartet. Fragen Sie: „Wer denkt an dich?“ oder „Auf wen freust du dich hier im Haus?“
| Nummer gegen Kummer | Kinder- und Jugendtelefon 116 111, kostenlos und anonym. Aktuelle Sprechzeiten: nummergegenkummer.de |
|---|---|
| Ombudsstellen | Unabhängige Beratung für junge Menschen und Familien in der Kinder- und Jugendhilfe, auch in Ihrer Region: ombudschaft-jugendhilfe.de |