Weiterbildungen „Ich schaff’s“-Coach
„Ich schaff’s“-Coach
Kinder und Jugendliche lernen, Probleme als entwickelbare Fähigkeiten zu betrachten. Der Ansatz nach Ben Furman eignet sich für Beratung, Einzelarbeit und Gruppenangebote.
Für wen: Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule, Beratung, Sozialer Arbeit und pädagogischen Kontexten.
835 €
inkl. Getränke und kleinem Imbiss; als anerkannter Bildungsanbieter von der Mehrwertsteuer befreit
- Grundlagen
- 15.–17.03.2027 (3 Tage)
- Supervision
- 07.06.2027
- Abschluss
- 03.09.2027
- Zeiten
- jeweils 9–17 Uhr
- Ort
- AKASA Seminarhaus, Gipserstraße 15, 67433 Neustadt/Weinstraße
- Zertifikat
- „Ich schaff’s“-Coach nach den Richtlinien des Ich-schaff’s-Instituts
„Ich schaff’s“ (im Original „Kids’ Skills“) wurde von Ben Furman und Tapani Ahola in Finnland entwickelt; im deutschsprachigen Raum hat Dr. Thomas Hegemann das Programm eingeführt und das Ich-schaff’s-Institut gegründet. Der Grundgedanke ist einfach und wirksam: Kinder haben keine Probleme, sondern Fähigkeiten, die sie noch nicht gelernt haben. Aus „Er stört ständig“ wird „Er lernt, abzuwarten, bis er dran ist“. Jedes Verhalten gilt dabei als die bisher beste Lösung, die dem Kind zur Verfügung steht.

Worum es geht
Die Fähigkeit wird gemeinsam mit dem Kind ausgesucht, bekommt einen Namen und eine Kraftfigur, Helfer:innen werden eingeladen, das Üben wird sichtbar gemacht und der Erfolg gefeiert. So entsteht Motivation statt Druck: Das Kind erlebt sich als jemand, der etwas lernt, nicht als jemand, der etwas falsch macht. Das Programm eignet sich für Einzel- und Gruppenarbeit, für körperlich-motorische ebenso wie für sozial-emotionale und kognitive Entwicklungsaufgaben.
Mehr von dem, was funktioniert, und weniger von dem, was nicht funktioniert.Leitsatz des Programms
Die 15 Schritte
Das Programm führt in fünf Phasen von der Zielentwicklung über Unterstützung und Üben bis zum Feiern und zum Umgang mit Rückschlägen. Die Schritte sind keine starre Abfolge; in der Praxis wird genommen, was zur Situation passt.
- Probleme in Fähigkeiten umwandeln
- Sich auf eine Fähigkeit einigen, die gelernt werden soll
- Den Nutzen der Fähigkeit herausfinden
- Der Fähigkeit einen Namen geben
- Eine Kraftfigur wählen
- Helfer:innen einladen
- Vertrauen aufbauen
- Die Feier planen
- Die Fähigkeit beschreiben
- Die Fähigkeit öffentlich machen
- Die Fähigkeit üben
- Erinnerungshilfen vereinbaren
- Den Erfolg feiern
- Die Fähigkeit an andere weitergeben
- Zur nächsten Fähigkeit übergehen
Was Sie mitnehmen
- Sie kennen alle 15 Schritte, die Haltung dahinter und die theoretischen Hintergründe des lösungsfokussierten Arbeitens.
- Sie haben die Schritte im Workshop selbst erprobt – an Übungen, Fallbeispielen und in gemeinsamer Reflexion.
- Sie können Probleme mit Kindern und Jugendlichen in lernbare Fähigkeiten übersetzen und Eltern, Kolleg:innen und Gleichaltrige als Unterstützer:innen einbinden.
- Sie haben einen eigenen „Ich schaff’s“-Prozess durchgeführt, dokumentiert und in der Supervision reflektiert.
- Sie nutzen das Programm in Einzelberatung, Gruppe, Klasse oder Wohngruppe – bei Themen wie Konzentration, Schüchternheit, aggressivem Verhalten oder Konflikten mit Eltern und Gleichaltrigen.
So ist die Weiterbildung aufgebaut
Grundlagenschulung
Zertifizierungsworkshop: alle Schritte des Programms, die Haltung und die theoretischen Hintergründe, praktisch erprobt an Übungen und Fallbeispielen. 15.–17.03.2027.
Ein eigener Prozess
Sie führen mit einem Kind oder Jugendlichen einen „Ich schaff’s“-Prozess durch und dokumentieren ihn.
Supervision
Gemeinsame Reflexion der eigenen Erfahrungen mit dem Programm, der persönlichen Rolle und der Entwicklungsinteressen als Coach. 07.06.2027.
Abschluss (Kolloquium)
Sie stellen Ihre Dokumentation vor; sie wird im kollegialen Austausch analysiert und bekommt Feedback. Damit ist die Zertifizierung abgeschlossen. 03.09.2027.
Zertifizierung
Nach allen drei Teilen und der vorgestellten Dokumentation erhalten Sie das Zertifikat „Ich schaff’s“-Coach nach den Richtlinien des Ich-schaff’s-Instituts (ichschaffs.de). Die Teilnahmebestätigung des Systemwerks RLP wird am Ende ausgestellt.
Für wen
Für Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule, Kita, Beratung, Therapie und angrenzenden Arbeitsfeldern, die Kinder und Jugendliche achtsam und respektvoll beim Lernen neuer Fähigkeiten begleiten wollen: Sozialpädagog:innen, Erzieher:innen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Therapeut:innen, Fachkräfte in Wohn- und Tagesgruppen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig; Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hilft.
Referentin

Danielle Berg, Systemische Beraterin (SG), zertifizierte „Ich schaff’s“-Coach und Certified Advanced Facilitator der LEGO® SERIOUS PLAY® Methode. Als Beraterin und berufstätige Mutter verbindet sie fachliche Expertise mit hoher Alltagssensibilität. Sie arbeitet lösungs- und stärkenorientiert mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Fachkräften und Teams und unterstützt Veränderungen praxisnah, beteiligungsorientiert und umsetzbar (danielle-berg.com). Zum Team
Häufige Fragen
Kann ich nur die Grundlagenschulung buchen?
Die drei Teile gehören zusammen: Erst der eigene Prozess, die Supervision und das Kolloquium machen aus dem Workshop die Zertifizierung. Wer nur die Grundlagenschulung besucht, erhält eine Teilnahmebestätigung, aber kein Zertifikat.
Brauche ich einen „Fall“ für die Zertifizierung?
Ja. Zwischen Grundlagenschulung und Supervision führen Sie mit einem Kind oder Jugendlichen aus Ihrem Arbeitsfeld einen „Ich schaff’s“-Prozess durch und dokumentieren ihn. Diese Dokumentation stellen Sie beim Abschluss vor.
Für welche Themen eignet sich das Programm?
Für alles, was sich als lernbare Fähigkeit beschreiben lässt: Konzentration, Umgang mit Wut, Schüchternheit, Ängste, Einschlafen, Zusammenarbeit in der Klasse oder Gruppe, Konflikte mit Eltern und Gleichaltrigen. Nicht geeignet ist es als Ersatz für Diagnostik oder Therapie bei schweren Störungen.